National bedeutsames Gerede

Es soll jetzt doch besser mal klar gestellt sein, bevor noch ein nationales Unglück geschieht. Und es wird vor allem meinen Wuppertaler Mitbürger*innen nicht gefallen, an ihrer Spitze der hoch geschätzten Kollegin Anne Linsel. Aber es hilft ja alles nichts: Pina Bausch ist – leider – kein „Nationales Kulturerbe“.
Dieser Titel taucht immer wieder in Berichten über das Tanztheater auf, zuletzt in einem Artikel Linsels in der Süddeutschen Zeitung. Dort wird behauptet, die nationale Erbe-Weihe sei mit dem Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung im Jahr 2013 erfolgt. Das ist falsch. Vielmehr steht auf Seite 128 der Vereinbarung, dass der Bund „national bedeutsame Kultureinrichtungen“ fördert und einen Absatz später, dass eine solche Förderung für vier neue Orte „geprüft“ werden solle. Die ersten beiden sind das Deutsche Romantik Museum in Frankfurt (das es vorher nicht gab, Spatenstich war im Frühjahr 2016) und das Residenzschloss in Dresden (alt, in diesem Zusammenhang aber vor allem wichtig, weil im Osten). Danach wird dann NRW bedacht, und zwar sogar gleich zweimal: Mit der Abtei Brauweiler und eben dem „Internationalen Tanzzentrum Pina Bausch“.
In Brauweiler geht es bei der Erweiterung des dortigen Archivs für Künstlernachlässe um ein sogenanntes Schaumagazin. Damit löste die CDU etwas verspätet eine Schuld bei ihrem bereits 2010 abgewählten früheren nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers ein. Der kommt nämlich zufällig aus Pulheim, wo auch die wunderschöne Abtei Brauweiler steht. Zum tieferen Verständnis muss man wissen: In den Koalitionsverhandlungen 2013 war der heutige Bundestagspräsident Norbert Lammert aus Bochum, also aus NRW, für die Union tonangebend. Im Gegenzug „für dem Rüttgers sein Brauweiler“, wie der Wuppertaler Johannes Rau das genannt hätte, unterstützte Lammert dann auch einen Herzenswunsch der nordrhein-westfälischen Sozialdemokraten: Die Sanierung des Wuppertaler Schauspielhauses für das Archiv und die weiterhin existierende Compagnie der Tanztheaterlegende Pina Bausch.
Das fiel dem stets strategisch denkenden Lammert umso leichter, als mit Peter Hintze ein sehr prominenter und mit Jürgen Hardt ein zumindest semi-prominenter Unions-Abgeordneter dieses Ergebnis in ihrem Wahlkreis Wuppertal auch als CDU-Erfolge verkaufen konnten; außerdem war Wuppertal damals eine der letzten Großstädte im Westen, die von einem CDU-Oberbürgermeister regiert wurde, Peter Jung; der konnte wegen umstrittener Intendanzentscheidungen bei Theater und vor allem Oper gerade kulturpolitische Pluspunkte dringend brauchen.
„Nationales Kulturerbe“ – auch in der Variante „national bedeutsames Erbe“ – ist Pina Bausch dennoch nicht geworden, aus einem schlichten Grund: Den Titel gibt es überhaupt nicht. Erstmals hatte sich Wuppertals Kämmerer Johannes Slawig zu dieser Formulierung im Zusammenhang mit der weltberühmten Choreografin verstiegen. Später hielt Kulturdezernent Matthias Nocke (beide CDU) daran fest. Als 2015 die Nachricht von der hohen Bundesförderung (28 Mio. Euro) für das Internationale Tanzzentrum im Bergischen eintraf, behauptete Nocke kühn: „Der Bund sieht in Pina Bausch und ihrem Werk ein nationales Kulturerbe“.
Hinter dieser Einschätzung steckt allerdings ein eher simples Missverständnis: Die Bundesregierung darf wegen der verfassungsgemäßen Kulturhoheit der Länder nur Projekte und Institutionen direkt fördern, die von nationaler Bedeutung sind (im Unterschied zu regionaler oder bloß lokaler). Deshalb steht das auch noch mal genauso im Koalitionsvertrag, siehe oben. Dass Pina Bauschs Arbeit von dieser Wichtigkeit und Tragweite ist, gilt als unstrittig. Nur zu einem „Nationalen Kulturerbe“ wird sie dadurch nicht … noch nicht? Monika Grütters, übernehmen Sie!
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Murmeltiertag

Ministerin begrüßt die Teilnehmer einer vom Land geförderten Konferenz. Hält dynamische Rede voller Tatendrang und guter Absichten, bleibt aber inhaltlich (bewusst!?) basal. Großer Applaus.

Auftritt Keynotespeaker: Kluger Mann von auswärts mit alten Bindungen an die Region sagt kluge Sachen und formuliert daraus kluge Forderungen für die Zukunft. Noch größerer Applaus. Andere kluge Leute loben anschließend die kluge Keynote, ergänzt um die rhetorische Giftpille, dass die Forderungen zwar ebenfalls gut klingen, aber entweder von allen Anwesenden längst geteilt werden … oder doch gar nicht so klug sind. Keynote-Speaker stellt daraufhin klar, dass ihm das auch alles klar ist, er habe ja nur zugespitzt zum Nachdenken anregen wollen. Zum Schluss sind alle sehr froh, auf dem langen und steinigen Weg weiter gemeinsam voranzuschreiten, weil man sicher ist, dass er in die richtige Richtung führt. Podium ab. Alle zum Mittagsbüffet.

Später Panels. Alles schwierig, aber es bewegt sich natürlich bereits ein bisschen was. Kurze Fazitrede im Plenum: „Es liegt noch viel Arbeit vor uns – Glück auf!“ Absacker. Tiefer Schlaf …

Wecker („I got you, babe!“). Ministerin begrüßt Teilnehmer einer vom Land geförderten Konferenz. Hält dynamische Rede voller Tatendrang und …

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Zur Wahl in Berlin: „Der bipolare Weltstadtschmerz“

Ganz tief in seinem Herzen muss Heinz-Joachim Theis ein gnadenloser Optimist sein: Seit 25 Jahren wartet er darauf, dass das Land Berlin eine Zusage wahr macht und die Trägerschaft des von ihm geführten Keramikmuseums übernimmt. Das wird bislang von einem kleinen Verein betrieben, mit einem niedrigen fünfstelligen Jahresetat und lauter Freiwilligen, im ältesten noch stehenden Wohnhaus Berlins in der Charlottenburger Schustehrusstraße. Die letzten Signale aus der Senatsverwaltung waren allerdings wenig ermutigend. Zum 25-jährigen Jubiläum des ehrenamtlich betriebenen Museums wollte Kulturstaatssekretär Tim Renner nicht mal ein Grußwort schreiben. Theis macht natürlich trotzdem weiter.

Auch Neil MacGregor ist so ein gnadenloser Optimist: Seit fünf Jahrzehnten versucht er den „Stahlhelm“- und „Blitzkrieg“-fixierten Briten ein Deutschland zu vermitteln, das er für das wahre hält: Eine geschichtsträchtige Kulturnation, die gelernt hat, sich ihrer schlimmsten Abgründe auf höchstem Niveau zu stellen (im Unterschied zu, beispielsweise, seinen eigenen Landsleuten, die in Sachen Kolonialgeschichte oder Sklavenhandel bemerkenswert blind sind). Zuletzt hat er als Direktor des British Museum in London die weltweit beachtete Blockbuster-Ausstellung „Germany – Memories of a Nation“ verantwortet. Jetzt wagt er sich noch weiter vor und führt seit Jahresbeginn die Intendanz des geplanten Humboldtforums. Das soll die geistige Füllung für den rekonstruierten Schloßbau in der Berliner Mitte werden. Es handelt sich um die derzeit größte Kulturbaustelle Europas – architektonisch und stadtplanerisch, vor allem aber inhaltlich, also konzeptionell.

Zwischen Mini-Museum und Stadtschloßprojekt

Man kann die kulturpolitischen Herausforderungen Berlins nicht erfassen, ohne auf diese beiden Extreme zu schauen: Hier das bürgerschaftlich getragene Nischenmuseum in prekären Kiez-Verhältnissen, dort der international beachtete Kulturtempel inmitten der mittlerweile – ja, es ist so – Weltmetropole. Das Stadtschloß wird weit mehr als eine halbe Milliarde Euro gekostet haben, wenn sich die Türen zum Humboldtforum wie geplant 2019 öffnen. Und danach enorme Betriebskosten: Zuletzt war die Rede von über 50 Millionen Euro. Pro Jahr.

Berlin ist der legislative und administrative, der urbane wie mentale Sonderfall der Republik: Die Stadt ist einerseits die größte Kommune des Landes und gleichzeitig ein – vergleichsweise kleines – Bundesland; sie ist darüber hinaus die Hauptstadt des bedeutendsten Staates der Europäischen Union und hat zudem in den vergangenen zwei Jahrzehnten globale Strahlkraft entwickelt. Die eben noch geteilte Stadt an der Spree ist ein Magnet für Kreative, Investoren und Besucher aus der ganzen Welt geworden, mit aktuell 12 Millionen Touristen und 300.000 Zuzügen jährlich.

Eine in der Bundesrepublik einmalige Verteilung von Lasten und Verantwortung sorgt dabei für zahlreiche Ambivalenzen und Spannungsfelder: Zunächst ist Berlin so wie die anderen beiden Stadtstaaten Bremen und Hamburg gleichzeitig ein Bundesland und eine kreisfreie Kommune; aufgeteilt in zwölf Bezirke, von denen jeder einzelne im nationalen Vergleich einer mittleren Großstadt entspricht; die beiden zentralen Bezirke Mitte und Charlottenburg wären zusammengenommen sogar die sechstgrößte Stadt der Republik, nach Frankfurt und noch vor Stuttgart. Für die Beurteilung der kulturpolitischen Herausforderungen muss man sich dieser Dimensionen bewusst sein.

Morbus Berolina: Provinz mit Weltanspruch

Die Berliner Kulturinstitutionen sind in der Regel der Senatsverwaltung unterstellt, also der Landesebene. Den Job des Kultursenators erledigt seit zehn Jahren der Regierende Bürgermeister der Stadt mit – zurzeit der Sozialdemokrat Michael Müller -, das operative Geschäft betreibt ein Kulturstaatssekretär; im Moment ist das der frühere Musikmanager und Autor Tim Renner. Dessen Berufung vor zwei Jahren hatte für einigen Wirbel gesorgt, und anschließend begann er unter anderem mit dem Engagement Chris Dercons als Nachfolger des Volksbühnen-Intendanten Frank Castorff selbst kräftig Wind zu machen: Museumsmanager beerbt Theatertier, Kulturwirtschaft statt Kunstfreiheit – die Reflexe in Kulturszene und Feuilleton waren vor allem Klischees verhaftet. In Berlin kann man immer wieder beobachten, dass urbaner Elitenanspruch und provinzieller Traditionalismus sehr wohl nebeneinander existieren können – mitunter sogar in ein und denselben Personen.

Über die Ränke des großstädtischen Gesellschaftslebens hinaus gibt es in Berlin aber etwas, das so nirgends sonst anzutreffen ist, weil Kultur in Deutschland Ländersache ist. Doch in seiner Hauptstadt darf der Bund zumindest kulturpolitisch richtig mitmischen – und die sehr selbstbewusste Kulturstaatsministerin Monika Grütters macht davon auch reichlich Gebrauch. Das gefällt zwar nicht jedem, andererseits sind viele Berliner Politiker*innen hinter vorgehaltener Hand oft sogar froh: Der Bund pumpt nämlich enorme Summen in die Theater, Museen, Bibliotheken sowie in die Kunst- und Festivalszene und verdoppelt die öffentlichen Kulturausgaben der Stadt so auf insgesamt rund eine Milliarde Euro. Eine stattliche Summe – und doch kaum zu viel für eine Metropole von Weltrang.

Kulturbaustellen wohin man sieht

Bei den Berliner Verantwortlichen sorgt der ständige Wechsel zwischen ganz klein und ganz groß – hier Keramikmuseum, da Humboldtforum – für ein alltägliches Kaleidoskop von Anforderungen und Einordnungen. Zur Verdeutlichung seien nur die größten Kultur-Baustellen hier kurz erwähnt: Ein neues Museum der Moderne am Kulturforum, die Neuverteilung der Gemäldesammlungen, die Sanierung von Neuer Nationalgalerie, Pergamon-Museum und Staatsoper Unter den Linden, die Belebung des Bode-Museums, die endgültige Entscheidung über das leidige Einheitsdenkmal am Schloßplatz („Wippe auf der Kippe“, wie Niklas Maak so schön in der F.A.Z. schrieb). Dazu die Übergaben von Berliner Ensemble und Volksbühne an die neuen Intendanten Reese beziehungsweise Dercon in 2017, nicht zuletzt die überfällige Aufwertung der Freien Szene, von deren Strahlkraft die Stadt atmosphärisch und in der Folge auch ökonomisch zumindest mit lebt. Zwischendurch muss dann auch noch mal schnell ein Traditionstheater wie die Ku’damm-Bühnen gerettet werden, weil den Investoren in die Immobilie nach Umbau ein Spielbetrieb im künftigen Kellergeschoss vorschwebt … allerdings gegen 500.000 Euro Miete jährlich; bislang überlebt der Boulevardbetrieb mit immerhin einer Viertelmillion Zuschauer, weil die seit den 20er-Jahren bespielten Bühnen mietfrei genutzt werden können.

Von wegen „gescheitert“: Multikulti ist Alltag

Einer andere, eher grundsätzlichen Frage, mit der sich vor allem der wirklich rührige Staatssekretär Renner und die noch rührigere Koalition der Freien Szene intensiv beschäftigen: Wie verteilt man die jüngst auf dreieinhalb Millionen Euro erhöhten Fördergelder für Künstler*innen, Kunst- und Kulturwirtschaftsprojekte aus der City Tax so, dass dabei nicht nur künstlerisch was rauskommt, sondern auch Arbeit fair bezahlt und sogar nicht nur das Berlin von heute ständig perpetuiert, sondern das Berlin von Morgen mit gedacht wird? Digitalisierung, Migration, kulturelle Bildung – das gehört mittlerweile überall im Land zum Themenmantra. In der Weltstadt mit ethnischen Schwerpunktvierteln sind die Herausforderungen an Vermittlung von Kultur, Technik- und damit auch Informations- wie Ausdruckskompetenz jedoch noch mal ganz andere. Und das betrifft beileibe nicht nur vermeintlich soziale Brennpunkte: In manchen Cafés, Bars und Restaurants von Mitte, Kreuz- und Prenzlberg oder Friedrichshain spricht der Service schon heute gern mal nur Englisch. Was zunächst wie eine elitäre Attitüde anmutet, ist aber bloß die Realität einer Metropole – für die Eltern des Autors dieser Zeilen eine ziemlich verstörende Erfahrung in der „eigenen“ Hauptstadt. Der Satz „Die sollen erst mal unsere Sprache lernen“ bekommt dann plötzlich noch mal eine ganz neue Bedeutung.

Dieses bunt gemischte Völkchen an der Spree wird nach jüngsten Prognosen zudem weiter kräftig anwachsen: Um bis zu 500.000 Menschen, runde 15 Prozent – in nur 15 Jahren. Die dann gut vier Millionen Berliner*innen werden noch mehr als heute eine „Welt-Bevölkerung“ sein. Welche Kultur, welche Teilhabeinteressen, welche Veränderungskräfte werden diese Menschen haben? Vor diesem Hintergrund müssen die Herausforderungen für Neil MacGregor im Humboldtforum, Tim Renner im Senat oder auch Shermin Langhoff im derzeit umjubelten Postmigrantischen Theater des Gorki verstanden werden. Ein Kleinod wie das Berliner Keramik Museum dazwischen nicht zu übersehen und die Arbeit von Menschen wie Heinz-Joachim Theis vielleicht sogar mehr wertzuschätzen: Das wird gute Kulturpolitik in der Hauptstadt ausmachen.

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Dieser Text ist in leicht veränderter Form bereits in der März-Ausgabe der Zeitschrift „politik & kultur“ des Deutschen Kulturrates erschienen. Er ist Teil einer Artikel-Serie über die kulturpolitischen Herausforderungen in den 16 Bundesländern, die der Kollege Sven Scherz-Schade aus Karlsruhe und ich in den vergangenen 15 Monaten verfasst haben. Der Deutsche Kulturrat hat sie online noch einmal zusammengefasst und zu einem Voting über die Kulturpolitiken der Länder aufgerufen. Alles dazu hier im Netz

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Drei Kurze: Methusalem Kestner, 20% Dings und ein kreativer Hebel

  • Peinlicher Fehler in einer Pressemitteilung der Kulturstaatsministerin zum 100-jährigen Jubiläum der Hannoveraner Kestner-Gesellschaft am Freitag: Grütters erklärt darin, die Gesellschaft sei vor 100 Jahren zur „Belebung der Künste“ gegründet worden – und zwar vom Namensgeber selbst. Blöd bloß, dass der olle Kestner 1916 schon seit 63 Jahren tot war. Hoffentlich ist es ihr oder jemand aus dem Stab noch vor der Festrede aufgefallen. Ja ja, echt schwer heutzutage, gutes Personal zu finden …
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  • „20 Prozent Festangestellte in Musikschulen“ fordert Berlins Landesmusikrat taktisch geschickt vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus am kommenden Wochenende in einer Online- und Postkarten-Kampagne. Und Überraschung: Die Vorsitzenden der drei größten Senatsfraktionen unterstützen den Aufruf. Aber mal im Ernst: Das hätten sie doch längst beschließen können, wenn eh alle dafür sind. Stellt sich also die Frage: Wer soll hier eigentlich verarscht werden – die Wähler, die Musiklehrer, die Musikschulen, der Landesmusikrat? Der allerdings auch unklar bleibt: 20 Prozent von … ja von was eigentlich: Stellen, Unterrichtsstunden, Beschäftigten? Herrjeh …
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  • Das Bürgschaftsprogramm der EU-Kommission für Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft läuft endlich an. Diese Firmen kriegen schlecht Kredite für Investitionskosten, weil sie meist keine bankrelevanten Sicherheiten besitzen. Außerdem wissen Banken nicht einzuschätzen, ob und wie wertvoll eine Geschäfts- oder Projektidee in der Branche wirklich ist. Die Idee aus Brüssel: Über den Europäischen Investitionsfond (EIF) werden 120 Mio. Euro für Ausfall-Bürgschaften bereit gestellt und damit Kredite bis zu insgesamt 600 Mio. Euro ermöglicht. Parallel werden Finanzinstitute für die Kreditvergabe an SME (Small and Medium Enterprises) in der Kultur- und Kreativwirtschaft geschult. Als die damalige Chefin der zuständigen Agentur für Kultur und Bildung in Brüssel, Ann Branch, auf dem Europäischen Kulturforum 2013 diese Maßnahme im Rahmen des Förderprogramms „Creative Europe“ (2014 – 2020) vorgestellt hat, war allerdings noch von Bürgschaften über 200 Mio. Euro und einer Hebelwirkungen bis zu 1 Milliarde Euro die Rede; kurz darauf hieß es plötzlich: 175/750 Mio. Zweieinhalb Jahre später geht’s nun tatsächlich los, nur noch ’ne Nummer kleiner … schade, eigentlich.
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Zur Kenntnis …

Mein neues Lieblingswort: Inwertsetzung! Dieses Ziel verfolgen die Zusammenschlüsse von 20 Museen bzw. 11 Theatern in NRW zu den „Ruhrmuseen“ bzw. den „Ruhrbühnen“. Also offiziell verfolgen sie dieses Ziel. Damit sie 2 Mio. Euro EU-Förderung bekommen. Für drei Jahre. Freue mich jetzt schon auf die in Wert gesetzten Ergebnisse in der Projektbilanz 2019.

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Zur Kenntnis …

Weiß eigentlich irgendjemand hier, wer der erste Vorsitzende des British Arts Council war? Nein? Ich bis vorgestern auch nicht – ein echtes Aha-Erlebnis!
Die Welt ist voller Wunder, auch in diesem Herbst, ganz sicher. Herzlich willkommen zur 2. Halbzeit des kulturpolitischen 2016! Einiges von dem, was Sie in den letzten 6 Wochen verpasst haben, finden Sie heute hier.
Always at your service, Ihr kulturpolitischer reporter 
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2016 Summer Interlude: #epicbattle #Volksbuehne #Berlin

Danke, @nachtkritik! Sommerlochfüllung für Kulturpolitik-Junkies auf Turkey. Halbzeitgrüße vom reporter …

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