Dolle Sache: Mehr Geschirrspüler als Ölgemälde

Nächstes Opfer Süddeutsche Zeitung: „Mehr Besucher in Museen als in Bundesligastadien“ verkündete Redakteur Gerhard Matzig gestern auf Seite 1 des Feuilletons (leider nicht online). Erst neulich hörte ich das Gleiche aus dem Mund des ebenfalls honorigen Kollegen Stefan Koldehoff vom Deutschlandradio, in einem Gespräch mit Kulturpolitik-Ikone Hilmar Hoffmann. Die Originalaussage stammt aus dem PR-Stübchen von Ex-Staatsminister Bernd Neumann. Sie ist nicht nur ausgesprochen dämlich, sondern auch kein guter Journalismus – was dem gleichen Neumann in seiner weiteren Funktion als Medienstaatsminister nicht gefallen hätte.

Denn was soll das nun eigentlich bedeuten, dass die gut 6000 deutschen Museen im Jahresverlauf etwa zehnmal mehr Besucher haben als die 36 Stadien der ersten und zweiten Bundesliga? Wie man es auch dreht und wendet, es will sich keine numerische Vergleichbarkeit herstellen lassen. Wenn überhaupt, müsste man ja via Dreisatz Quoten bilden. Aber mit welchem Ziel? Etwa um herauszufinden, wie viele Besucher 6000 Bundesligavereine wohl hätten? Das wäre in jeder Hinsicht Nonsens. Oder hilft es weiter, die durchschnittliche Jahresmuseumsbesucherzahl (knapp unter 2000) mit der durchschnittlichen Stadionbesucherzahl (etwas unter 40.000) zu vergleichen? Hmm, auch nicht. Zumal die einen nur 1224 Öffnungstage haben (36 Stadien mit 34 Spieltagen), die anderen fast 2.000.000 (6000 Museen x 6 Tage x 52 Wochen).

Die wichtigere Frage ist jedoch, in welchem inhaltlichen Zusammenhang Museen und Bundesligastadien eigentlich stehen (sollen!?). Umwerben sie etwa das gleiche Publikum? Geht es um den Aufstieg oder die – je nach Sichtweise – Überhöhung des Kickens zur Fußballkunst? Handelt es sich um eine zählbare Form der sonst recht abstrakten Beliebtheit? Dann fehlten zur korrekten Bewertung die Zuschauerzahlen nicht nur der Sportschau. Am Ende bleibt ein einziges Rätsel: Was in aller Welt sagt dieser Vergleich aus? Und die richtige Antwort lautet: Nichts!

Je länger man über diesen ausgemachten Unsinn nachdenkt, desto absurder wird er stattdessen. Denn es gibt in Deutschland auch mehr Audi-Fahrer als Schloßbewohner. Und mehr Buchkäufer als Besucher von Kammerkonzerten. In beiden Fällen handelt es sich um den freiwilligen Erwerb nicht lebensnotwendiger Güter oder Dienstleistungen. Außerdem haben beide Produkte einen gewissen Konsumcharakter gemeinsam – sonst aber nichts. Auf Basis dieser Logik muss man also folgern: Es gibt in dieser Republik mehr Spülmaschinen als Ölgemälde. Nicht zu fassen! Hätten Sie das gedacht? Eine selbstverständlich skandalös unterbewertete Situation. So wie die Tatsache, dass selbst renommierte Kollegen – Fälle aus Kolleginnenmund oder -feder sind mir noch nicht begegnet – sogar auf blödeste Kulturstaatspropaganda reinfallen, wenn sie nur in das feuilletonistische Kindchenschema passt. Wird im Laufe des Jahres und mit Monika Grütters Hilfe bestimmt besser. Frohes Neues!

P.S.: Zu Beginn dieser Desinformationskampagne hatte Neumann übrigens sogar mal behauptet, es seien mehr Leute im Museum als beim Fußball insgesamt. Das ist aber dann wohl selbst der BKM-Pressestelle zu heikel geworden. Die entsprechende Meldung findet sich nicht mal mehr im Online-Archiv der Bundesregierung …

P.P.S.: Kleine semantische Korrektur im letzten Halbsatz der Einleitung. Danke für den Hinweis an Christian Möller.

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Die neue BKM und das Ende des Schwindelns

Drei Meldungen, die zusammen genommen die Situation der deutschen Kulturpolitik sehr gut abbilden: 1,1 Millionen für die Provenienzforschung, 119 Millionen Museumsbesucher und die neue BKM ist eine Frau.

„Mehr Geld für Raubkunstforschung“ überschrieb die Süddeutsche Zeitung ihre Meldung auf Seite 2 des Feuilletons am vergangenen Wochenende. Doch das ist falsch. Zwar handelt es sich um weitere 1,1 Millionen Euro aus dem Etat des Beauftragten für Kultur und Medien des Bundes – der da noch Bernd Neumann hieß –, aber nicht um „mehr Geld“: Die „Arbeitsstelle für Provenienzforschung„, kurz AfP, erhält nämlich in jedem Jahr insgesamt zwei Millionen aus diesem Topf, und zwar in zwei Tranchen. Die zum Jahresbeginn 2014 umfasst 1,1 Millionen für neue oder fortgeführte Projekte, dieses Mal an 15 Museen von Bautzen über Gottorf bis Wiesbaden. Das ist die seit einiger Zeit übliche Anzahl und Summe. Offenbar ist das aber in der Kulturredaktion von Deutschlands meistverkaufter Qualitätszeitung nicht bekannt. Stattdessen sind die Kollegen auf einen der simpleren Tricks des Politfuchses Bernd Neumann reingefallen: Die stillschweigende Konnotation. In diesem Fall funktioniert das so: Weil der Fall Gurlitt den Themenkomplex Raubkunst und Provenienzforschung gerade so schön in den Fokus rückt, wird in diesem Kontext die Meldung von einer Millionensumme für die AfP lanciert. Und siehe da, selbst die Großjournalisten aus München verbreiten brav die Mär von einer verstärkten Anstrengung der Regierung – die es tatsächlich gar nicht gibt.

So geht das seit Jahren. Erst in der letzten Woche hat der Deutsche Museumsbund wieder die jährlichen Besucherzahlen veröffentlicht. 119 Millionen Mal wurde demnach in 2012 ein Ticket für die 5000 Museen und 350 Ausstellungshäuser ausgegeben, die an der Statistik beteiligt sind. Der Kulturstaatsminister kommentiert diese Zahl schon länger inhaltlich quasi identisch, seit letztem Jahr aber mit einer kleinen Einschränkung. „Museen sind populärer als die Bundesliga“ lautete die jüngste Überschrift seiner Pressemitteilung – weil die 36 Vereine ja nur 18 Millionen Besucher haben. Bis ins Frühjahr 2012 lautete die Sprachregelung des BKM allerdings noch, dass die hiesigen Museen sogar mehr Besucher hätten als der Fußball in Deutschland insgesamt. Die entsprechenden Pressemitteilungen des BKM sind mittlerweile sogar aus dem Online-Archiv des Bundespresseamtes verschwunden. Ob da irgendwann mal der DFB mit seinen 6,7 Millionen Mitgliedern eingeschritten ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass es in dessen Reihen allein 3,5 Millionen aktive Fußballer gibt. Wenn die alle, wie in den höheren Klassen üblich, jeweils 34 Spiele im Jahr absolvierten, wären schon exakt genauso viele Menschen auf den Plätzen und in den Stadien gewesen wie in den Museen, nämlich 119 Millionen. Wohlgemerkt: Eltern und Freunde an der Bande sind da noch nicht mitgezählt, eben sowenig die je nach Liga Hunderte, Tausende oder eben Zigtausende auf den Rängen. Im chronisch vernunftabgewandten Feuilleton ging die Milchmädchenrechnung Neumanns trotzdem alljährlich zuverlässig auf und wurde zu einer Art stiller Wahrheit. Sogar ausgewiesene Nachdenker des Ressorts wie der – Achtung: Zirkelschluss – Provenienzexperte Stefan Koldehoff vom Deutschlandradio beteten in ihren Moderationen und Beiträgen die Neumannsche PR-Formel des Mehr-Menschen-in-Museen-als-beim-Ball nach. Klingt ja auch spektakulär – ist aber halt leider falsch! Das hat selbst Neumann irgendwann eingesehen und sprach zuletzt nur noch von „den Bundesligen“ …

Nun wird Monika Grütters die Beauftragte für Kultur und Medien des Bundes und damit Staatsministerin im Kanzleramt. Sie ist, anders als Neumann, im Kunstbetrieb regelrecht sozialisiert: Kunstgeschichtsstudium in Münster, Sprecherin der Bonner Oper, später eines Berliner Museums sowie eines Buch- und Verlagshauses. Trotz dieser Vita stammt sie nicht aus der Schöngeist-Fraktion der ersten Amtsbekleiderinnen Naumann, Nida-Rümelin und Weiss. Die konnten zwar alle super reden, im politischen Berlin aber nichts durchsetzen; weil sie da, wo die wichtigen Dinge – vielleicht zur allgemeinen Überraschung auch heute noch – entschieden werden, keinen kannten: Im Parlament. Monika Grütters dagegen ist eine Art Synthese der Rollenmodelle „Neumann“ und „Schöngeist“: Ein politischer Vollprofi mit Kulturnähe. Zuletzt war sie vier Jahre lang Vorsitzende des Kulturausschusses im Deutschen Bundestag. Und bei der Wahl im September sogar Spitzenkandidatin der Berliner CDU. Wer im intriganten Männerhaufen der Hauptstadt-Union reüssiert, den kann so leicht nix schocken. Und auch ein paar Strippen ziehen, wenn’s drauf ankommt. Nicht zuletzt Steffen Kampeter wird das freuen, der als Parlamentarischer Staatssekretär beim Finanzminister den Schlüssel zur bundesrepublikanischen Haushaltstruhe auch künftig in Händen hält.

In einem ihrer zahlreichen Jobs hat Grütters zudem hoffentlich gelernt, wo die Möglichkeiten und Grenzen der PR sind: Nach ihrer Zeit in kulturnahen Betrieben war sie mal Öffentlichkeitsarbeiterin für die skandalgeschüttelte Berliner Bankgesellschaft. Die Lehren aus dieser Krisenzeit sollten lauten: Nimm‘ dir nicht mehr vor, als du leisten kannst, und erzähl‘ vor allem keinen Scheiß darüber – irgendwann kommt es nämlich doch raus. Wenn die Spitzenkraft der bundesdeutschen Kulturpolitik die Museen im Land künftig nicht mehr mit Fußballstadien vergliche, wäre das schon mal ein guter Anfang!

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Ein Duett namens Neumann

Bernd Neumann will nicht mehr Kulturstaatsminister sein. Der 71-Jährige steht für keine weitere Amtszeit zur Verfügung, ließ er Ende der Woche mitteilen. Das bedeutet einen tiefen Einschnitt in die Kulturpolitik auf Bundesebene. Neumann ist nämlich nicht bloß irgendein ganz verdienter Politiker – er war der sichtbare Teil eines höchst effektiven Duos. Nach ihm wird sich alles neu sortieren.

Der 9. November 2012 war ein echtes Bernd-Neumann-Datum. Obwohl der BKM – so das Kürzel des „Staatsministers für Kultur und Medien“ im Bund – bei der letzten Beratung des Haushaltsausschusses im Deutschen Bundestag über den Etat 2013 gar nicht da war. Zumindest physisch nicht. Trotzdem war er der große Gewinner der finalen Schacherei um jeden Euro: Ganze 100 Millionen wurden in dieser nächtlichen ″Bereinigungssitzung″ auf den allerletzten Drücker noch zusätzlich ins Kultursäckchen gepackt. Und das ganz ohne eine, ansonsten in der parlamentarischen Beratung stets unvermeidliche Drucksache oder auch nur einen ausformulierten Antrag der Regierungsfraktionen. Stattdessen zogen die Abgeordneten von Union und FDP irgendwann spätnachts eine simple Exel-Liste aus der Tasche und stimmten Punkt für Punkt darüber ab: Mehr nationale Denkmal-, Film- und Musikförderung, hier ein Museumsanbau, da noch eine Akademie für einen weltweit geachteten Klassikstar. Gut und gern acht Prozent mehr als ursprünglich geplant waren nach dieser lupenreinen Nacht- und Nebelaktion in der Kulturkasse. Eigentlich unglaublich. Aber typisch.

Bernd Neumann hat in zwei Legislaturperioden und acht Jahren als BKM der schlichten Existenz dieses Amtes auch eine Bedeutung hinzugefügt. Und das beileibe nicht nur durch die stets sichtbare Affinität zum Kino und Verstärkung der Filmförderung. Seine Vorgänger – Michael Naumann, Julian Nida-Rümelin und Christina Weiß – im 1998 eingerichteten Amt von Schröders Gnaden waren mehr oder minder prominente Schöngeister mit mehr oder weniger administrativer Erfahrung wie Begabung; alles ganz hübsch, aber eben auch brotlose Kunst. Dann kam Neumann.

Der hatte zwar vorher schon im Ausschuss für Kultur und Medien gesessen, war aber nicht gerade als kulturpolitischer Leuchtturm aufgefallen. Doch um intellektuelle Höhenflüge im Künstleruniversum geht es in dem Job gar nicht. Sondern darum, ein etwas randständiges Ressort im Kabinett und auf dem politischen Parkett so gut wie möglich zu vertreten. Dazu sind Stegreifreferate über Platon, Bachmann oder Meese nur bedingt hilfreich. Die machen zwar Eindruck bei Künstlern und beim Kulturpublikum – die wirklich wichtigen Leute im Politikbetrieb gucken bei solchen Gelegenheiten aber gern mal länger aus dem Fenster.

Für genau diese Entscheider gab es mit Neumann nun ein richtiges Gegenüber: Als Merkel ihn 2005 ins Kanzleramt holte, war er schon zum sechsten Mal in den Deutschen Bundestag gewählt worden, hatte in zwei Kabinetten als Staatssekretär gedient. Und davor beinahe 20 Jahre Chef der Bremer Union (der am längsten amtierende Landesvorsitzende in der Geschichte der CDU), 16 Jahre in der Bremischen Bürgerschaft, 14 davon als Fraktionsvorsitzender. Der Kulturbetrieb stöhnte ob des farblosen Apparatschiks. Doch kaum einer im politischen und vor allem im parlamentarischen Betrieb beherrschte die Mechanismen wie er, war so vernetzt, kannte alle und jeden. Vor allem einen: Steffen Kampeter.

Der gehört zu diesen wirklich wichtigen Leuten, nicht nur in der CDU. Den auf der Straße aber kein Mensch erkennt, außer in seiner Heimat Minden-Lübbecke, dem nördlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens, mitten im Niemandsland zwischen Osnabrück, Bielefeld und Hannover. Dort hat der studierte Volkswirt 2009 sogar zum ersten Mal nach 50 Jahren das Direktmandat für die CDU gewonnen. In Berlin war er nach Jahren als haushaltspolitischer Sprecher seiner Fraktion zuletzt Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium – und damit eine Schlüsselfigur vor dem Tor zur Staatskasse. Was Kampeter als Person hingegen fehlt, ist jede Form von Glamour. Und einer wie er sucht auch da nicht die billige Variante, den dünnen Flitter der Container und des Dschungels. Kampeter schätzt – wie die Menschen im heimatlichen Mühlenkreis – Dinge mit Substanz.

Die Verbindung Kampeter/Neumann war deshalb für beide eine echte Win/Win-Situation: Der Staatsminister für Kultur und Medien brachte mit Auftritten vor Ort und seinem stets diskret geltend gemachten Einfluss in der Kulturszene immer wieder ein bisschen große weite Welt, mindestens aber doch Berliner Luft ins ziemlich provinzielle Minden. Er holte Kampeter ins Kuratorium der Kulturstiftung des Bundes und sorgte mit dafür, dass der Ostwestfale Vorsitzender des Beirats der schicken Kulturakademie Tarabya in Istanbul wurde – eigentlich eine Einrichtung unter dem Dach des Auswärtigen Amtes und damit inklusive aller Funktionen eifersüchtigst bewacht vom FDP-Minister Westerwelle und seiner Staatssekretärin Cornelia Pieper.

Kampeter kümmerte sich im Gegenzug leise aber beharrlich um Neumanns Etat. Da die Kultur in Deutschland laut Verfassung Ländersache ist, hat der BKM rein formal nur wenig zu melden und entsprechend kleine Münze parat: Gut eine Milliarde Euro sind in seinem Topf, gerade mal drei Promille des gesamten Bundeshaushaltes. Allein die Hälfte davon geht in die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und den Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Für die tatsächliche Förderung von Künstlern und Kultureinrichtungen bleibt je nach Lesart eine mittlere dreistellige Millionensumme. Da machen dann aber selbst zehn Millionen mehr oder weniger eine ganze Menge aus, nicht nur auf dem Papier: Während das Verkehrsressort damit gerade mal einen Kilometer langweilig grauer Autobahn gebaut bekommt, kann die  Kultur echte Hingucker wie aktuell das August-Macke-Haus in Bonn und die Kirche St. Nikolai in Hamburg sanieren.

Seit Neumanns Amtsübernahme 2005 haben er und Kampeter den BKM-Etat Jahr für Jahr aufgestockt. Während die Gesamtausgaben des Bundes in dieser Zeit um etwa 15 Prozent stiegen, machte Neumann ein Plus von 30. Allein für das (Wahlkampf-)Jahr 2013 gab es besagte 100 Millionen aus jener nächtlichen Bereinigungssitzung – extra. Das wird in der sonst eher politikfernen, dafür umso sensibleren Szene genau bemerkt; nicht zuletzt bei kulturnahen Wählern, die oft auch Meinungsführer in einer Gemeinde oder Stadt sind. Für den Haushälter Kampeter hingegen sind solche Summen eher kein Problem – in einem Bundeshaushalt von 300 Milliarden insgesamt.

Mit insgesamt 1,28 Milliarden Euro wird der BKM laut Haushaltsentwurf der Regierung im nächsten Jahr etwa 400 Millionen Euro mehr zur Verfügung haben als noch 2005. Schon von daher muss man die Zusammenarbeit der beiden Unionschristen wohl eine gelungene Symbiose nennen – und diese Feststellung ist frei von jedem Unterton: Politik funktioniert so. Sogar nur so, wenn man mal genau hinguckt.

Wer auch immer also demnächst den Kulturetat des Bundes zu ergattern und verteilen hat: Ohne ein Duett wie Neumann es mit Kampeter gesungen hat, wird Sie (Monika Grütters, CDU) oder gar Er (Oliver Scheytt, SPD) sich im Vergleich mit dem Vorgänger ganz schön dünn anhören. Natürlich soll es gerade in der Kultur ja stets um mehr gehen als um den schnöden Mammon. Doch schon der große Theaterintendant und Dichter, der gleichzeitig Politiker, gar Minister war, wusste es besser: „Am Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles“. Schrieb Goethe. Im Faust. Dann muss es wohl stimmen.

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