Zur Kenntnis … am 2. Februar

Eine „Agenda für Kultur und Zukunft“ haben die Großkoalitionäre von Union und SPD bereits in ihrem Sondierungspapier vor drei Wochen vereinbart. Seit Montag ringen sie nun um die konkreten Inhalte dieses Programms; gestern Abend war das Kapitel erstmals Thema in der sogenannten „Großen Runde“ der Berliner Koalitionsverhandlungen. Man habe „sich tief in die Augen gesehen“, sagten die Emissäre beider Seiten vorher unisono – und dann aber auch wirklich absolute Verschwiegenheit zu vereinbart.

Ob es am klärenden Blick in die Abgründe des jeweils anderen lag oder bloß eine weise Entscheidung ist, das am Ende vielleicht doch arg spärliche Pulver des Agendafasses nicht frühzeitig in den feuchten Februar zu blasen? Wer weiß. Allzu unbändige Vorfreude auf einen großen Coup verbreiten jedenfalls diese wie jene nicht. Mehr Geld soll es aber ganz sicher geben, vielleicht sogar viel mehr.

Wir ahnen, dass dahinter mal wieder der Ur-Konflikt der bundesdeutschen Kulturpolitik tobt: Die einen verteilen die staatliche Gunst gern nach Gusto und politischer Opportunität; die anderen hätten’s lieber systematisch und planbar, aber auch immer als Teil eines gesellschaftspolitischen Werkzeugkastens. Für die im föderalen Staat unerlässliche Restbefriedigung der Landsmannschaften sorgen dann später die Haushälter. Weshalb die das Kuchenförmchen der Kulturpolitiker immer erst mal von vornherein kleiner denken – und dann über Schokoguss mit Sahne druff später besser selbst entscheiden. Wir werden sehen, in ein paar Tagen …

… und sonst:

Zum guten Schluss noch mein absoluter Lieblingssatz der vergangenen Woche. Er stammt aus einem Gastbeitrag der – auch sonst sehr klugen – Historikerin Hedwig Richter auf sueddeutsche.de. Sie schreibt darin, Donald Trump zeige, dass für einen Teil der Menschheit Herrschaft nach wie vor durch brutale Manneskraft legitimiert werde. Danach heißt es weiter:
„Und doch wirkt der Staatschef schon rein habituell wie der letzte Witz der obsoleten Männlichkeit. Seine Präsidentschaft zieht an den bestürzten Augen der Welt vorbei wie ein Fastnachtsumzug mit platinblondem Narrensaum und Männern in grotesken Masken des Bösen. Nichts könnte besser das Ende des männlichen Zeitalters vor Augen führen.“ #word

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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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