Zur Kenntnis … am 16. Mai

Na endlich! 15 Thesen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hat die Initiative Kulturelle Integration heute vorgestellt. Das ist ein sehr breites Bündnis zivilgesellschaftlicher, weltanschaulicher und staatlicher Organisationen und Institutionen, die eine ganz entscheidende Frage stellen: Wie wollen wir leben – in unserer Stadt, in unserer Region, in unserem Land, in Europa, auf der Welt?

Man kann es drehen und wenden wie man will: Das Ringen um die Antwort ist eine Kultur-Debatte! Nach jeder gängigen Definition ist die Art zu leben das, was wir als die „Kultur“ von Menschen bezeichnen. Und weil wir viele sind, in vielen Regionen, ist Kulturelle Vielfalt kein Hirngespinst oder utopisches Ideal, sondern schlicht Realität. Das gilt für die Verschiedenheit von Zulu und Inuit wie für die von Mecklenburgern und Rheinländern. Letztere ist je nach Perspektive manchmal sogar noch größer als erstere.

Genauso real wie die Vielfalt von Menschen ist ihre Beweglichkeit. Ob erzwungen oder freiwillig, die Welt der Flugzeuge, Schnellzüge und Schlauchboote im digitalen Informationszeitalter wird auf Dauer keine kulturelle Homogenität der Herkunft mehr kennen. Die existierte aber ja auch bisher schon bloß in einer idealisierten Vorstellungswelt – um nicht zu sagen: in der Phantasie. Das zeigt nicht allein, aber exemplarisch, der Blick auf die Wikinger-Siedlungen Schleswig-Holsteins oder den römischen Genpool der Kölner.

Wir werden diese Debatte also führen – und die wichtigste Erkenntnis daraus wird sein: Sie wird nicht enden. Nie! Unsere Gesellschaften werden einen permanenten Wandel erleben, nicht von heute auf Morgen, aber von einer zur anderen Generation, manchmal schneller, manchmal langsamer. Doch nie wird am Ende eines Lebens die Welt um einen herum noch die sein, in die man geboren wurde. Was trotzdem weiter gelten soll, was wir lernen müssen und was wir getrost vergessen können, das wird immer Gegenstand der Auseinandersetzung sein. Ein „Ende der Debatte“ ist per definitionem ausgeschlossen – gewöhnen wir uns und unsere Kinder, aber auch unsere Eltern daran. Es wird gelingen!

Und sonst …

Zu vorletzt: Nein, ich habe die Landtagswahl in NRW nicht vergessen. Aber noch können wir über die Folgen für Kultur und Kulturpolitik nichts sagen. Das bisherige Personal der Regierungsparteien in diesem Bereich ist komplett im Parlament vertreten: Die Ministerin Christina Kampmann (SPD), der Ausschussvorsitzende Karl Schultheis (SPD) und die Fraktionssprecher von SPD und Grünen, Andreas Bialas und Oliver Keymis, sind in den neuen Landtag gewählt worden. Die bisherigen Fachleute von CDU und FDP waren nicht wieder angetreten, neue sind noch nicht in Sicht. Ich hab’s im Blick 😉

Zuletzt: Schleswig Holstein hat ja auch gerade gewählt, die koalitionäre Ausgangslage ist ganz ähnlich wie in NRW. Ich darf am Donnerstag in Rendsburg den Kongress „Kultur und Transformation“ des dortigen Landeskulturverbandes moderieren. Und lass‘ von mir hören …

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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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