Zur Kenntnis … 2017

Auf diesem Wege allen Leser*innen alles Gute zum Neuen Jahr! Und es fängt gleich gut an: Die Elbphilharmonie wird nämlich tatsächlich eröffnet. Das macht nicht nur den Berliner*innen Hoffnung für … nee, nicht für den Flughafen, aber fürs Humboldt Forum. Und auch uns hier in NRW für die Dauerbaustellen mancher Theater und Museen in Düsseldorf, Köln oder Duisburg.

Apropos Dauerbaustelle: Der kulturpolitische Running Gag der rot-grünen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen ist der sogenannte Theaterpakt. Seit sage und schreibe SECHS Jahren jagen sich die Ankündigungen dazu quasi gegenseitig übern Hof, nur … tatsächlich passiert ist bislang nicht mehr als am allerallerersten Tag dieser womöglich in eine ferne Unendlichkeit ausfransenden Geschichte bekannt wurde: Am 25. Januar 2011 hatte die damalige Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) erklärt, NRW werde die Förderung der kommunalen Theater (mit eigenem Ensemble) um 4,5 Millionen Euro jährlich erhöhen. Die gab es dann auch. Von den bis zu 17 angekündigten Einzelpakten mit diesen Städtischen Bühnen im Land ist seitdem aber nur genau einer (1!) unterzeichnet worden: Mit dem Gemeinschaftstheater Krefeld/Mönchengladbach. Das war im August 2015 (nach VIEREINHALB Jahren). Da drin steht allerdings auch nicht mehr, als dass beide Städte und das Land ihre Zuschüsse bis 2020 stabil halten.

Schäfers Nachfolgerin im Kulturministerium, Christina Kampmann (SPD), hat nun aber sogar einen neuen, zweiten Pakt auf Landesebene angekündigt (in ihrer Bielefelder Heimatzeitung). Bemerkenswert: Just am Tag zuvor hatte der Präsident des NRW-Städtetages Pit Clausen (auch SPD, auch Bielefeld) mehr Unterstützung der kommunalen Bühnen aus der Landeskasse gefordert. Im NRW-Etat für 2017 und auch in der Mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 findet sich – bislang jedenfalls – allerdings gar kein irgendwie frei volatierendes Millionenpaket zur besonderen Verwendung, zum Beispiel für einen Theaterpakt. Eher im Gegenteil, mit Blick auf die Schuldenbremse ab 2020. Auch im gerade erst verabschiedeten ersten Kulturförderplan für NRW wird ein zweiter Theaterpakt mit keinem Wort erwähnt. Und was nach der Landtagswahl im kommenden Mai wird, weiß – jetzt jedenfalls – sowieso niemand. Entsprechend überrascht waren viele von Kampmanns Vorstoß … und von der ungewöhnlichen zeitlichen (zwischen den Jahren) und räumlichen (Bielefeld/Bielefeld) Koinzidenz. Andererseits: Ist Weihnachten nicht auch immer wieder ein pures Wunder?

Was sonst noch kulturpolitisch zuletzt (nicht) passierte, aber erwähnt sein sollte:

 

Foto: Krefelds früherer OB Gregor Kathstede, die damalige NRW-Kulturministerin Ute Schäfer und Mönchengladbachs OB Hans Wilhelm Reiners am 13. August 2015
(c) Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport

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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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