Drei Kurze: Methusalem Kestner, 20% Dings und ein kreativer Hebel

  • Peinlicher Fehler in einer Pressemitteilung der Kulturstaatsministerin zum 100-jährigen Jubiläum der Hannoveraner Kestner-Gesellschaft am Freitag: Grütters erklärt darin, die Gesellschaft sei vor 100 Jahren zur „Belebung der Künste“ gegründet worden – und zwar vom Namensgeber selbst. Blöd bloß, dass der olle Kestner 1916 schon seit 63 Jahren tot war. Hoffentlich ist es ihr oder jemand aus dem Stab noch vor der Festrede aufgefallen. Ja ja, echt schwer heutzutage, gutes Personal zu finden …
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  • „20 Prozent Festangestellte in Musikschulen“ fordert Berlins Landesmusikrat taktisch geschickt vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus am kommenden Wochenende in einer Online- und Postkarten-Kampagne. Und Überraschung: Die Vorsitzenden der drei größten Senatsfraktionen unterstützen den Aufruf. Aber mal im Ernst: Das hätten sie doch längst beschließen können, wenn eh alle dafür sind. Stellt sich also die Frage: Wer soll hier eigentlich verarscht werden – die Wähler, die Musiklehrer, die Musikschulen, der Landesmusikrat? Der allerdings auch unklar bleibt: 20 Prozent von … ja von was eigentlich: Stellen, Unterrichtsstunden, Beschäftigten? Herrjeh …
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  • Das Bürgschaftsprogramm der EU-Kommission für Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft läuft endlich an. Diese Firmen kriegen schlecht Kredite für Investitionskosten, weil sie meist keine bankrelevanten Sicherheiten besitzen. Außerdem wissen Banken nicht einzuschätzen, ob und wie wertvoll eine Geschäfts- oder Projektidee in der Branche wirklich ist. Die Idee aus Brüssel: Über den Europäischen Investitionsfond (EIF) werden 120 Mio. Euro für Ausfall-Bürgschaften bereit gestellt und damit Kredite bis zu insgesamt 600 Mio. Euro ermöglicht. Parallel werden Finanzinstitute für die Kreditvergabe an SME (Small and Medium Enterprises) in der Kultur- und Kreativwirtschaft geschult. Als die damalige Chefin der zuständigen Agentur für Kultur und Bildung in Brüssel, Ann Branch, auf dem Europäischen Kulturforum 2013 diese Maßnahme im Rahmen des Förderprogramms „Creative Europe“ (2014 – 2020) vorgestellt hat, war allerdings noch von Bürgschaften über 200 Mio. Euro und einer Hebelwirkungen bis zu 1 Milliarde Euro die Rede; kurz darauf hieß es plötzlich: 175/750 Mio. Zweieinhalb Jahre später geht’s nun tatsächlich los, nur noch ’ne Nummer kleiner … schade, eigentlich.
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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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