Drei Kurze: Buchpreisbindung, Evangelische Popakademie, RuhrBühnen

Cecilia Malmström macht den deutschen Kultursektor glücklich: Laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels bestätigte die für das Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) zuständige Handelskommissarin dem Verband schriftlich, dass mit den Amerikanern nicht über die deutsche Buchpreisbindung gesprochen werde – auch dann nicht, wenn die das wollen sollten. Das gelte für gedruckte wie elektronische Bücher. Allerdings hatte die EU-Kommission auf entsprechende Nachfragen schon seit Verhandlungsbeginn immer wieder erklärt, dass die Buchpreisbindung keines der Handelshemmnisse sei, wie sie mit derlei Abkommen beseitigt werden sollen; die Preisbindung gelte zudem für alle Anbieter am Markt, also werde dadurch auch kein Produzent individuell benachteiligt. Es soll ja übrigens Gerüchte geben, nach denen die Kommission der Max-Planck-Gesellschaft demnächst schrifttlich zusichern will, in den TTIP-Verhandlungen mit der US-Seite nicht darüber sprechen zu wollen, dass die Sonne sich künftig um die Erde drehen könnte – selbst dann nicht, wenn die Amis das wollen sollten. Das wäre dann bestimmt der langersehnte Durchbruch für den atlantischen Freihandel in der deutschen Öffentlichkeit … ist aber natürlich nur ein Gerücht, dass es möglicherweise geben soll.
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Die Protestanten schrecken vor nichts zurück: Westfalen bekommt eine Evangelische Popakademie. Es bedürfe „bestens ausgebildeter Kräfte, die sich in ihren jeweiligen musikalischen Welten gegenseitig befähigen und Brücken bauen auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel, Gott im Lied zu loben und sich musikalisch mit dem Glauben auseinanderzusetzen“, sagte Landeskirchenrat und Musikdezernent Dr. Vicco von Bülow (nein, nicht Loriot und ich hab‘ mir das auch nicht gerade ausgedacht). Seitdem ich die Meldung das erste Mal las, sehe ich immer wieder Harald Schmidt vor mir, wie er vor vielen Jahren anlässllich eines Evangelischen Kirchentages – ich glaube, in Hannover – einen ganzen Abend lang in seiner Sendung „Ich liebe den Stuhl, ich liebe den Tisch“ sang und gegen den Takt mitklatschte.
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Elf Theaterbetriebe zwischen Duisburg und Moers haben sich zum neuen Verbund „Ruhrbühnen“ zusammen geschlossen. Sie wollen zunächst vor allem die Zusammenarbeit in den Bereichen Marketing und Programmentwicklung ausbauen.
Fünf Jahre nach der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 gibt es damit neben den RuhrKunstMuseen eine weitere breite Kooperation von Kulturbetrieben im Ruhrgebiet. Partner des Verbundes sind der Regionalverband Ruhr (RVR), die Kultur Ruhr GmbH (das eigentliche Verstetigungsinstrument der Kulturhauptstadt) und die Ruhr Tourismus GmbH (RTG), bei der auch die Fäden des Marketings zusammenlaufen. Sprecher der neuen elf Theaterfreunde sind Bettina Pesch (Bühnen Dortmund), Jürgen Fischer vom RVR und der Oberhausener Intendant Peter Carp.
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Foto: (c) Peter Grabowski
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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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