Drei Kurze … oh nee, vier: Schäfer tritt zurück!

In aller Eile: NRW-Kulturministerin Ute Schäfer wird im Rahmen einer Kabinettsumbildung die Landesregierung verlassen; dem Vernehmen nach freiwillig. Ihre Nachfolgerin soll nach einem Bericht der Neuen Westfälischen von heute die 35-jährige Bundestagsabgeordnete Christina Kampmann werden. Kampmann ist – wie Ute Schäfer vor ihrem Amtsantritt 2010 auch – bislang weder kultur- noch sport- oder familienpolitisch auffällig geworden. Sie kommt allerdings aus Ostwestfalen-Lippe – ebenfalls wie Ute Schäfer. Der Regionalproporz im Kabinett ist in der SPD traditionell sehr wichtig.
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Die Welt ist voller Wunder: Das Essener Folkwang-Museum nimmt seit Mitte Juni keinen Eintritt mehr für die Dauerausstellung – und hatte seitdem dreimal mehr Besucher als im Vorjahr. Klingt super, aber man würde darüber natürlich gern Genaueres wissen: Was sind das für Besucher und wo kommen die plötzlich her? Saßen diese Leute bisher Tag für Tag weinend auf den Stufen vor Chipperfields Neubau und verzehrten sich nach der Moderne, aber ach: Woher die fünf Euro nehmen? Oder gab es etwa verstärkte Werbung für den Museumsbesuch, starke Presse für die Aktion, Ferienaktionen, neue Initiativen der Kulturellen Bildung und Museumspädagogik? Das kriege ich bestimmt im Laufe der Woche geklärt. Leider kann ich bislang aber noch nicht mal auf die freudige Botschaft verlinken: Wie viele andere Kulturinstitutionen auch verschickt das Folkwang seine Pressemitteilungen erst mal per Mail, und dann, irgendwann … Digitalisierung ist nicht Online ist nicht Mobile.
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Der Deutsche Kulturrat veröffentlicht jedes Quartal eine „Rote Liste der bedrohten Kultureinrichtungen“ mit akut schließungsgefährdeten Häusern. Der britische „Theatre Trust“ geht noch einen Schritt weiter ins Architektonische: „Theatre Buildings At Risk“ heißt die Sammlung von früher oder immer noch als Theater genutzten Bauten, die von Verfall oder gar Abriss bedroht sind. Zurzeit sind 31 Standorte verzeichnet, die überwiegend im Norden des Landes liegen. Auch eine Form von Gefälle …
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Die Woche bietet kulturpolitisch viel Gesprächsstoff: Im Kulturausschuss des EU-Parlaments wird am Montag der „Digitale Binnenmarkt“ beraten, federführend bei diesem Thema ist die Düsseldorfer SPD-Abgeordnete Petra Kammerevert (übrigens die nächste Ausschussvorsitzende, ab 2016). Dienstag und Mittwoch lädt das „Forum D’Avignon Ruhr“ zu hoch spannenden Debatten über das Verbindung von Kultur und Wirtschaft nach Essen. Das allgegenwärtige Thema „Digitalisierung“ klingt zwar bereits abgegriffen, aber die einzelnen Vorträge, Workshops und Debatten versprechen einiges an Inhalt. Die kulturpolitische Woche zumindest in NRW endet dann am Freitag mit der „Kulturkonferenz Ruhr 2015„. Und schwupp, wird’s schon wieder „Drei Kurze“ geben …
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Foto: (c) Kampmann
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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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