Drei Kurze: Zur „Unterhaltung“ ins Theater, WDR-Kunstverkäufe, Sicherheit für Neue Philharmonie

  • Warum ins Theater? In Großbritannien antworten 85%: Zur Unterhaltung!
  • Gerangel um WDR-Kunst – NRW-Kulturministerin leitet Prüfverfahren ein
  • Garantie bis 2021 – Neue Philharmonie Westfalen unterzeichnet Tarifvertrag mit Bestandssicherung
Oh, oh, das wird die Diskursbehaupterfraktion des Theaters nicht gern hören: Eine Langfristbeobachtung der Londoner Audience Agency ergab, dass mehr als 8 von 10 Besuchern in der Darstellenden Kunst zunächst „Entertainment“ suchen. „Intellektuelle Anregung“ und „Inspiration“ wurden offenbar überhaupt nur von Bildender Kunst (was im Englischen „Visual Arts“ heißt, Vorsicht!) in nennenswertem Ausmaß erwartet (44/45%). Ja, klar, es ist Großbritannien und überhaupt sind die Verhältnisse hier ganz andere … das kann man natürlich glauben. Und die Erde ist übrigens eine Scheibe.
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Infos rund um die geplanten WDR-Kunstverkäufe werden von mir natürlich auch hier vermeldet – das nennt man Journalismus. Dass ich sie unkommentiert lasse, gehört aber genau so zum professionellen Umgang damit: Ich arbeite seit bald zwei Jahrzehnten für den Laden – lange festangestellt, heute freiberuflich. Natürlich habe ich auch als Mitarbeiter des Hauses eine Meinung zu Streitfragen. Aber wie es sich für Mitarbeiter gehört, äußere ich die intern.
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Nach dem ersten lokalen Theaterpakt mit den gemeinsamen Bühnen von Krefeld und Mönchengladbach Mitte des Monats hat das Land NRW nun einen weiteren Vertrag unterschrieben, der einer Kulturinstitution mehr Planungssicherheit verschafft: Die Neue Philharmonie Westfalen ist tarifvertraglich hat jetzt einen Haustarifvertrag und wurde im Gegenzug von den Gesellschaftern erst mal bis 2021 abgesichert.
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Foto: (c) Ruhrtriennale
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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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3 Antworten zu Drei Kurze: Zur „Unterhaltung“ ins Theater, WDR-Kunstverkäufe, Sicherheit für Neue Philharmonie

  1. Annette Jagla schreibt:

    Das wusste Bert Brecht ja auch schon – ganz ohne Besucherbefragungen etc.:
    Ein Theater ist ein Unternehmen, das Abendunterhaltung verkauft.

    • Nicht ohne „etc.“: Es war bei Brecht eine auf Erfahrung beruhende Behauptung, also Intuition. Das kann die Welt realistisch abbilden, muss aber nicht. So oder so bleibt es ein anderes Wissen als eine empirische Untersuchung hergibt.

  2. rainerglaaptest schreibt:

    Ich finde die Erkenntnis aus GB überhaupt nicht überraschend. Prof. Armin Klein schreibt in seinen Büchern schon seit vielen Jahren (und bezieht sich dabei z.B. auf Umfragen wie das „Kulturbarometer“), dass in Deutschland ca. 5% der Kulturnutzer „hardcore“ Kulturinteressierte seien und die anderen 95% aus Grenznutzenüberlegungen heraus ins Theater oder die Oper gehen (Leute treffen, sich durch ein Abo zwingen, ins Theater zu gehen etc.pp.).

    Und: was ist Unterhaltung? Ich gehe sehr viel ins Theater und die Oper und möchte dabei auch IMMER unterhalten werden. Sobald ich einen pädagogischen Zeigefinger in meinem Auge spüre, habe ich sofort einen Fluchtimpuls.

    Fragt sich halt: Unterhaltung auf welchem Niveau?

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