„Drei Kurze“ (15/331) – Kulturfinanzbericht D, Theaterpakt NRW, Kürzungsorgie UK

  • Verspätete Statistik – Am Dienstag erscheint der Kulturfinanzbericht 2014. Aber Vorsicht: Die Zahlen sind von 2011!
  • Späte Erfüllung? Am Donnerstag wird der erste lokale Theaterpakt in NRW unterzeichnet. Wie angekündigt … für 2011
  • „Katastrophe“ erwartet – Britische Regierung kündigt Kürzung der Kultur- und Kommunaletats an

Das hat ganz schön gedauert: Vor einem Jahr hätte der letzte Kulturfinanzbericht des Statistischen Bundesamtes erscheinen sollen, aber dies, das und jenes sorgten für Verzögerungen. Der Teufel steckt zudem im Kleingedruckten: Zwar steht drauf „Berichtszeitraum 2014“, aber die Zahlen dahinter sind von 2011(!). Die Datensammlung liefert also kein aktuelles Bild der Kulturförderung in Deutschland!

Sogar noch länger musste der erste lokale Theaterpakt in NRW warten: Am Donnerstag wird Kulturministerin Ute Schäfer in Düsseldorf eine Vereinbarung mit den Städten Krefeld und Mönchengladbach unterzeichnen. Diese (insgesamt 17) Förderverträge mit den theatertragenden Kommunen waren allerdings bereits im Januar 2011 von Schäfer angekündigt worden – zusammen mit den 4,5 Millionen Euro, die das Land dafür jährlich ausgibt. Nach der Erneuerung dieser Ankündigung im Oktober 2013 wird das also der dritte PR-Termin in Sachen NRW-Theaterpakt werden – ohne irgendeine Änderung der Sachlage: Das Geld fließt bereits seit viereinhalb Jahren.

„Das gibt’s nur hier“ ist ja ein geflügeltes deutsches Wort, und man möchte stets mit Humboldt antworten: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung jener, die die Welt nie angeschaut haben.“ In diesem Sinne sollte man auch die deutsche Debatte ums angebliche Totsparen der Kultur begreifen: In Großbritannien holt die konservative Regierung nach ihrem Wahlsieg nämlich nun tatsächlich zum Rundumschlag aus – sowohl die direkte nationale Kulturförderung als auch die nationale Alimentierung der Kommunalhaushalte sollen zwischen 25 und 40 Prozent gekürzt werden. Nicht nur Theaterkreise befürchten „Folgeschock“ und „Katastrophe“.

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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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