„Wert und Wertigkeit – Kunst im öffentlichen Besitz“ WDR 3 Forum 17. Mai 19.05 Uhr

Am Mittwoch diskutierte ich für die WDR 3-Sendung „Forum“ am kommenden Sonntag in der Fritz-Thyssen-Stiftung in Köln vor dem Hintergrund der Debatten um die Warhol-Verkäufe, die Portigon-Sammlung und den Runden Tisch der NRW-Landesregierung dazu über „Kunst im öffentlichen Besitz“ mit

20150513_180630_resizedPodium (v.l.n.r): Oliver Keymis, Thomas Sternberg, Barbara Welzel, Henrik Hanstein, Marcel Odenbach, Peter Grabowski                                                                                                                      (c) Marc Grandmontagne

In der Gesprächssituation bin ich selbst immer zu sehr auf die Moderation fokussiert, um sauber zu protokollieren, aber es gibt ja gewissenhafte Zuhörer: Der Generalsekretär des Landesmusikrates NRW, Robert von Zahn, hat ein paar Kernaussagen der Debatte notiert. Die darf ich hier mit seiner freundlichen Genehmigung wiedergeben.

Oliver Keymis: „Ich bin durchaus der Meinung, dass man Kunst handeln kann. Ich finde es dann falsch, wenn vorher öffentliche Mittel geflossen sind.“
Thomas Sternberg: „Es wird ein Tabu verletzt. Ist es einmal verletzt, gibt es so leicht kein Halten mehr. Museen sollen Werke unabhängig von ihrem Werk an die nächsten Generationen weitergeben.“
Marcel Odenbach: „Für mich als bildender Künstler war es eine Art von Verrat.“
Henrik Hanstein: „In New York fallen keine Mehrwertsteuern und keine Urhebergebühren an, das war unter der Oberaufsicht des Finanzministers WAlter-Borjans, der hier in Deutschland die Mehrwertsteuer-Begünstigung verhinderte, perfide. Ich hatte auch erwartet, dass man zumindest den Museen in NRW eine Chance des Erwerbs gibt.“
Barbara Welzel: „Es ist ein großer Unterschied, ob Warhol damals verkaufte oder ob die öffentliche Hand später weiterverkaufte. Die Sanierung des Haushalts ist angesichts des Unterschieds der finanziellen Dimensionen lediglich ein populistisches Argument.“
Keymis: „Es geht nicht um Verrat oder Nicht-Verrat. Es war eine Firma, dem Staat nachgeordnet, die von der Pleite bedroht war. Es ist aber kein Freibrief für die ehemalige WestLB. Bialas, Keymis, Sternberg und Schmitz sagten deshalb im Landtag dem Finanzminister, er könne jetzt nicht die öffentliche Kunst zur Haushaltssanierung verkaufen. Aus dem Überschuss des Warhol Verkaufs wollen wir jetzt Mittel zur Rettung der Portigon-Kunst.“
Sternberg: „Wenn der Staat Glücksspiel betreiben lässt und nicht einmal daran verdient, dann soll er es einfach lassen und nicht auch noch Kunst verkaufen.“
Welzel: „Man hätte die Bilder zuerst den Museen in NRW anbieten müssen.“
Odenbach: „Die internationale öffentliche Wirkung war für NRW verheerend.“

Das ganze Gespräch kann man am Sonntagabend, 17. Mai, ab 19.05 Uhr auf WDR 3 hören. Es steht anschließend natürlich auch als Podcast zum Dauernachhören und Auswendiglernen bereit. Ich danke allen Diskutanten für die lebhafte Debatte, dem Kulturrat NRW und der Kulturpolitischen Gesellschaft sowie Prof. Karl Karst und Sylvia Schmeck für Organisation, Vertrauen und konstruktive Begleitung.

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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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