Liebe Leserinnen und Leser des kulturpolitischen reporters!

Der Weltuntergang ist ausgefallen, so wie alle anderen Formen der Apokalypse, der Jüngsten Gerichtes und auch der diversen Offenbarungen zuvor schon. Das hat man davon, wenn man an Gespenster glaubt – nichts als Enttäuschung. Natürlich, es ist mit der Religion wie mit Kindern: Man kriegt ja soooo viel zurück, irgendwann, später, ihr werdet schon sehen. Natürlich.

Der große Axel Hacke bringt im SZ-Magazin dieser Woche die alles entlarvende Frage auf, ob es einen Gott noch gibt, an den keiner mehr glaubt. Konkret fragt der Kollege nach Bolon Yokte‘ K’uh. Der war wohl für die Händler der Maya zuständig, ließ sich aber auch gestern wieder nicht blicken, nur ein paar Hunderte von Jahren nachdem die Maya selbst bereits ihren Untergang … aber das ist eine andere Geschichte. Hacke will eigentlich wissen, ob ein Gott – erst oder nur – durch die existiert, die an ihn glauben. Diesen Gedanken kann man auch ohne Wittgenstein und Heidegger mit ein bisschen Konzentration zu Ende denken, und das natürliche Ergebnis würde uns einer Menge der aktuellen Probleme des Planeten mit einem Schlag entledigen. Würdenträger nehmen dazu am besten die Kappe ab, das kühlt das Hirn.

Mit diesem Jahresendrätsel verabschiedet sich der kulturpolitische reporter bis 2013. Dann wird es hier mehr und vor allem sehr viel mehr und schneller aktuelle Geschichten aus dem kulturpolitischen Leben der Region, des Landes, der Republik und sogar des Kontinents geben. Unter anderem sehen wir den Auseinandersetzungen um ein gutes Dutzend radikaler Sparhaushalte in NRW-Großstädten entgegen, dem Kampf der Landeskulturpolitiker – auch der aus den Koalitionsfraktionen – gegen den Etatentwurf der rotgrünen Regierung in Düsseldorf und die Verabschiedung der Agenda 2020 in Brüssel, mit geplanten Steigerungen der Kulturausgaben um fast 40 Prozent. Und vielleicht findet ja in den nächsten 12 Monaten auch endlich jemand raus, ob und was Kulturelle Bildung eigentlich bringt – über prekäre Arbeitsplätze für erfolglose Musiker hinaus, meine ich. Nachweislich, nicht vermutlich.

Der 21.12.2012 war übrigens nach den meisten wissenschaftlich fundierten Interpretationen der mayaischen Kalender-Mythologie gar kein Untergangstag, sondern der Beginn einer Zeitenwende. Mit solchen Ereignissen verbindet der Mensch ja vor allem die Hoffnung, es möge eine Änderung zum Besseren sein. Zumindest die bekannte Zivilisationsgeschichte stützt die Annahme, dass diese Hoffnung nicht ganz unbegründet ist. In diesem Sinne wünsche ich für 2013 mir, Ihnen und euch allen mit Samuel Beckett

Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.

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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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