kupores Absatzklick „European Audiences: 2020 and beyond“

Sie arbeiten in der Kulturvermittlung und kennen Hannah Conway nicht? Dann wird’s aber Zeit! Das Publikum der Konferenz hat sie jedenfalls quasi verzaubert. Conway machte zu Beginn jedes Programmblocks eine musikalisch-darstellerische Trainingseinheit mit der hiesigen Audience: 500 Kulturschaffende, -manager und -wissenschaftler sangen, klatschten, tanzten nur zu erahnende Passagen bekannter Opern. Wer diese Frau im Team hat, muss sich um Publikumsbindung keine Gedanken mehr machen.

Sehr auffällig: Kulturinstitutionen unter Legitimationsdruck interessieren sich verstärkt – und manche zum ersten Mal nach Jahrzehnten – für ihre Heimatviertel und die zugehörigen Nachbarn. Das Rotterdamer Zuidplein Theater ebenso wie modul-dance in Barcelona oder die Oper in Como. Sie haben die Menschen aus ihrer direkten Umgebung zu Programmdirektorinnen, Kritikern und Darstellerinnen gemacht. Die bestimmen den Spielplan, entwickeln und werden Teil von  Kommunikatonskampagnen, erklären Dramaturgen, Regisseurinnen und Schauspielern, was und warum sie interessiert – und was nicht. Einige Einrichtungen haben auf diesem Weg ihre Publikumsresonanz verdoppelt, sogar verdreifacht. Man wundert sich über die Folgen: In Rotterdam treten jetzt iranische Klassikensembles auf statt westeuropäischer Kammerorchester. Die früheren – aber immer weniger gewordenen – konventionell interessierten Abonnenten sind in andere Institutionen abgewandert. Dort sind sie sehr willkommen. Hier werden sie angesichts neuer Publika nicht vermisst …

Meist strapaziertes Zitat des Tages: „You can run international projects. But you need local solutions!“

Teilnehmer aus Deutschland (u.a.): EU-Förder-Expertin Sabine Bornemann vom cultural contact point in Bonn, Vivien Arnold vom Stuttgarter Staatsballet, Prof. Ulrich Wünsche, Rektor an der Berliner Hochschule der Popularen Künste. Aus NRW auf dem Podium: Der Dortmunder Schauspieler (zuletzt im dortigen „Tatort“) und Theatermacher (SANCTUARY) Rolf Dennemann.
Sein Vortrag zum Ende von Tag 1 stößt auf die beste Resonanz.

Die Kulturdirektion der EU betreibt erheblichen Aufwand für diese Konferenz: 500 Teilnehmer aus ganz Europa, Topreferenten von Finnland bis Spanien, Multimedia-Bühne, musikpädagogische Lockerungseinlagen. Sogar einen hochprofessionellen Livestream gibt es. Nur warum diese Übertragung nicht auch aufgezeichnet und zeitunabhängig zugänglich gemacht wird, kann keiner erklären. Heute geht’s hier weiter: http://www.cultureinmotion.eu/European-Audiences/index.jsp

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Über derkulturpolitischereporter

Peter Grabowski ist der kulturpolitische reporter in NRW und drum herum
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